Erzgebirge 2009

 

Wohin sollte unsere Reise diesmal gehen? Diese Frage stellte sich am Anfang des Jahres. Zur Auswahl standen Norwegen, Schottland oder das Erzgebirge. Da uns Schottland und Norwegen zu teuer waren entschieden wir uns für das Erzgebirge.

 

Nachdem das Ziel nun feststand begannen die Vorbereitungen, dazu gehörte auch das Sammeln von Informationen aus dem Internet. Dabei stieß ich auf ein Seite von Ferdinand Meise, der uns freundlicherweise viele Routen und Informationen zukommen ließ. Als Dankeschön versprachen wir ihm einen Besuch auf unserer Anreise zum Erzgebirge.

 

Am 11.06. ging es endlich los. Leider hatte der Wettergott mit uns kein Mitleid, er führte uns in einen monsumartigen Regen. Unsere erste Zwischenstation war in Süss wo uns Ferdi  schon eine Unterkunft gebucht hatte. Der Abend mit Ferdinand wurde feuchtfröhlich und bescherte uns viele weitere Informationen. 

 

Am nächsten Morgen wurden wir von strahlendem Sonnenschein geweckt. Wir konnten unsere Reise bei trockenem Wetter über Rudolfstadt, Wurzbach, Oelsnitz, Potucky (CZ) nach Reitzenhain wo wir eine gute, günstige Unterkunft gefunden hatten, fortsetzten.  Reitzenhain sollte nun für die nächsten Tage der Ausgangspunkt für unsere Touren sein.

 

Die erste Tour lotste uns ins südliche Erzgebirge. Wobei der größte Teil der Tour  durch  Tschechen führte. Teilweise ließ der schlechte Straßenzustand keinen richtigen Fahrspaß aufkommen, was aber durch eine herrliche Landschaft ausgeglichen wurde.

 

Auch der nächste Fahrtag führte uns zum großen Teil durch  Tschechen. Eins unserer dortigen Ziele war Karlsbad. Sehenswürdigkeiten waren auf dieser Strecke außerdem der Eggerstausee, der Naturschutzpark SOOS und der Fichtelberg. 

 

Nun wurde es Zeit den kulturellen Teil zu erfüllen und so beschlossen wir uns die Hauptstadt Sachsens anzuschauen. Wir eroberten Dresden mit einer Kutschfahrt entlang der Hauptsehenswürdigkeiten (z.B. Liebfrauenkirche, Zwinger).

 

Am darauf folgenden Tag führten wir unsere kulturellen Ansprüche fort. Aber doch eher gezwungenermaßen, da uns das Wetter im Stich ließ. So besuchten wir die Spielzeugstadt Seiffen und die Ausgustusburg mit dem Motorradmuseum.

 

Der siebte Tag begann wieder mit einem kurzen Regenschauer. Dennoch ließen wir uns nicht abhalten aufs Motorrad zu steigen. Wir fuhren an diesem Tag durchs schöne Vogtland, sahen eine Miniaturstadt in Waschleithe,  machten bei mittlerweile herrlichem Sonnenschein eine kurze Rast am größten Motorradtreff im Erzgebirge, dem Bikertreff Talsperrenblick. Dort genossen wir einen herrlichen Blick auf die Talsperre Eibenstock. Im Raumfahrtmuseum in Morgenröthe-Rautenkranz bestaunten wir eine MIG 21-F13 (russisches Kampfflugzeug). Auf dem Rückweg ließen wir uns auf dem Fichtelberg eine leckere Linsensuppe schmecken und erfreuten uns an der wundervollen Aussicht.

 

Die vorletzte von Raitzenhain gestartete Tour, brachte  noch einmal die Schönheiten des Erzgebirges zum Vorschein. Wir befuhren den Erzgebirgskamm, der  an der Deutsch/Tschechischen Grenze entlang führt. Auch an diesem Tag waren wir froh, dass unsere Motorräder nicht nur reine Straßenmaschinen sind. Die Strecke auf der tschechischen Seite ließ die Federbeine der Motorräder ächzen.  Die landschaftlichen Reize und der auf 806 m hoch gelegenem Mückenturm in Fojtovice waren die heutigen Highlights.

Nun mussten wir uns entscheiden, ob uns die Reise weiter an der Tschechischen Grenze Richtung Österreich, oder zum Dreiländereck nach Zittau führte. Ein Blick auf die Wetterkarte nahm uns die Entscheidung ab und wir beschlossen rein wettertechnisch das kleinere Übel zu wählen. Und so fuhren wir durch die sächsische Schweiz nach Eibau. Wo wir eine hervorragende Unterkunft fanden. Sie befindet sich in einem 300 Jahre alten Umgebindehaus.

 

Für die nächsten drei Fahrtage haben wir uns vorgenommen das Riesengebirge, Elbsandsteingebirge und das Lausitzer Gebirge zu erforschen. Die Reihenfolge sollte wetterabhängig festgelegt werden.

 

Unsere erste Tour führte uns deswegen auch ins Riesengebirge. Das Riesengebirge erreicht mit der Schneekoppe eine Höhe von 1.602 Metern. Drum herum finden sich eiszeitliche Gletscherkare, kristallklare Bergseen und steile Felswände.  Wir starten in Eibau richtung Zittau und gehen dort über die Grenze nach Polen. Kurz danach überqueren wir wieder die Grenze und befinden uns nun in der Tschechei und bewegen uns über Frydland nach Hejnice. Dort kann man eine Wallfahrtskirche bewundern. Von Hejnice nach Desna bekommen wir einen leichten Vorgschmack auf das Riesengebirge, denn wir bekommen die ersten Kurven zu Gesicht. Unser erstes Ziel im Krkonossky Narodni Park  sollte Harrachov werden, das bekannt ist als Wintersportort und wegen den Sprungschanzen. Nach einer kurzen Besichtigung geht es weiter zur Spindlerúv Mlyn (Spindler mühle ) das mitten im Riesengebirge liegt. Oberhalb des Ortes entspringt auch ein Fluss Namens  Labe, bekannt in Deutschland als „Elbe“.  Bei Mela Upa ging es  auf die Polnische Seite des Riesengebirges. Die kurvenreichen Straßen ließen Erinnerungen an die Alpen aufkommen. Da die Zeit schon sehr vorgeschritten war ging es über Karpacz, wo die schöne Holzkirche Wang aus dem 13. Jahrhundert steht, Szklarska Poreba, Frydlant und Bogatynia zurück nach Eibau.

 

Heute entscheiden wir uns für das Lausitzer Gebirge, das auf der tschechischen Seite liegt. Das Lausitzer Gebirge  bildet die Wasserscheide für Nord- und Ostsee. Darüber hinaus bildet es auch eine wichtige Wetterscheide. Häufig herrschen erhebliche Wärme- und Witterungsunterschiede an den nördlichen Hängen, die dem Hügelland Sluknovska pahorkatina und dem Zittauer Becken zugewandt sind, und an den südlichen Hängen, dem Teil des Lausitzer Gebirges, das dem Teil von Ceska Lipa  zuzurechnen ist. Die Highlights der heutigen Tour ist neben den landschaftlichen Reizen die Motorradhöhle „Pekelne Doly“  (Teufelsgrube) wo man in eine Höhle mit dem Motorrad fahren und sich dort bedienen lassen kann.

 

Das Elbsandsteingebirge ist einfach ein Muss für Motorradfahrer und Landschaftsgenießer. Zum einen begeistern die kurvenreichen Strassen und zum andern die vielen Sehenswürdigkeiten. Wir bestaunten am heutigen Tag die historische Straßenbahn in Kirnitzchtal, die Festung Königstein und die Bastei, eine Felsenformation mit Ausblick auf die Sächsische Schweiz und auf die Elbe.

 

Nach fast zwei Wochen Urlaub hieß es wieder sich nach Hause zu bewegen. Wir fuhren auf Landstraßen über den Harz, mit einem Zwischenstopp in Braunlage, durch das Weserbergland und Sauerland Richtung Heimat.

 

Fazit:

 

Es war ein toller Urlaub mit vielen Highlights. Die Straßen ließen zu wünschen übrig, deswegen ist das Erzgebirge auch nur für Tourenmotorräder geeignet.